Tag-Archiv | Schmetterlinge & Raupen

Gartentag 14.04.2013

.. mal wieder ein Tag, um ein bisschen rauszusitzen in die Sonne, und um ein bisschen was im Garten zu machen..

Es haben geblüht:
Duft- und Pfingstveilchen, beide überschwemmen schier der Garten! Toll, so eine weißlila Pracht! Besonders die Duftveilchen haben es mir angetan. Sooo winzig, und duften so intensiv!

Getier war auch schon viel unterwegs, u.a. die ersten Schmetterlinge und Schwalben des Jahres! Diese Ehre gebührt den Mehl- und Rauchschwalben sowie dem Pfauenauge.
Wollschweber gab es auch, witzige kleine Tiere. Und die Blaumeisen haben einen Nistkasten bezogen, wie auch schon letztes Jahr.

Im Gewächshaus haben wir jetzt Radieschen, Salat und Kohlrabi, und der Rucola sprießt auch schon gut.

Im Garten

Gestern und heute konnten wir das erste Mal in diesem Jahr für mehr als nur ein paar Augenblicke raus in den Garten. Das Wetter war heute zwar bescheiden, man merkt eben, dass es noch März ist, dennoch konnten wir ein wenig was erledigen.

Zuerst einmal verschlug es uns am Freitag in ein Gartencenter. Es blieb, wie befürchtet, nicht bei den geplanten Paar Gummistiefeln für meine Mutter und einer Zimmerpflanze für mich. In den Einkaufswagen hüpften noch reduziertes Vogelfutter, Hornveilchen, Salat- und Raukepflänzchen und ein Mandelbäumchen.

Der Samstag erstrahlte in Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen, genau richtig, um im Garten zu werkeln. Während meine Mutter das Gewächshaus aufräumte und den Salat setzte, kroch ich mehr oder weniger systematisch durch die Beete und befreite sie von den Staudenresten des Vorjahres.
Dabei kann man gleichzeitig noch nach neuen Austrieben suchen, und in der Tat, es regt sich Leben im Boden, mal von Mäuseautobahnen und Horden an Marienkäfern (dem heimischen!) abgesehen.
Fette Henne, Astern, Pfingstrosen, Tränende Herzen, Akeleien, Sonnenhut, Sonnenbraut, Phlox – alle haben den Weckruf des Frühlings gehört. Die Hummelköniginnen sind unterwegs, und ein Kleiner Fuchs vertrat die ersten Schmetterlinge.

Heute dann trübe Wolkensuppe, dabei hatte der Morgen so schön angefangen.

Blaumeisen haben einen der Kästen bezogen, wie wunderbar, die letzten beiden Jahre hatten wir nur Kohlmeisen.
Ich schnippelte weiter Staudenreste. Im Rosenbeet ergrünt bereits die Färberkamille, die ich letztes Jahr mit einer Wiesenblumenmischung dort ausgebracht habe. Die muss ich im Auge behalten, denn das Gelb passt absolut nicht in mein Farbkonzept. Solange es noch keine Stauden dort gibt, ist sie aber geduldet, damit der Boden nicht so nackt dem Wetter ausgesetzt ist.

Verabschieden muss ich mich vielleicht von Fingerstrauch, Fingerhut und Eisenhut.Von den Akeleien bin ich ebenfalls enttäuscht. Nur die beiden Pflanzen, die ich vor zwei Jahren gekauft habe, treiben immer wieder aus – von erhoffter „Verwilderung“ keine Spur.
Erstaunt hat mich indes die Stockrose, letztes Jahr gekauft, gepflanzt und mehr oder weniger kläglich eingegangen. Heute zeigt sie vitale grüne Büschel – das tröstet mich über den Verlust der beiden Madonnenlilien hinweg, die so wunderbar grün überwintert haben und jetzt schlichtweg verfault sind, zusammen mit den als Begleitung gepflanzten Tulpen… Trotzdem werde ich es dieses Jahr wieder probieren. Irgendwann wird es doch wohl klappen.

Auch die ein oder andere Rose hat es schlimm erwischt. Von „Rosenfee“ konnte ich gerade mal ein fingerlanges dünnes Stengelchen erkennen, das nicht erfroren war. Ob „Heritage“ und „Braithwaite“ wiederkommen, steht in den Sternen. Gerne hätte ich noch die restlichen Rosen untersucht, aber der Wind wurde ekelhaft kalt und die Temperaturen gingen auf 10°C zurück. Die ersten Regentropfen haben uns dann endgültig aus dem Garten verscheucht.

Heute war ich gemein zu einer Raupe

Es gibt ja diese Raupen, die so tun, als seien sie Äste. Sie sind braun oder grün und sitzen unbeweglich auf Stämmen, Stengeln und Ästen. Eine dunkelrotbraune hatte ich mal letzten Winter auf einem Fächerahorn gefunden. Hätte ich sie nicht zufällig berührt, hätte ich sie nie und nimmer als solche erkannt. Da der Ahorn sowieso bereits blattlos war, beließ ich sie dort. Irgendwann muss sie sich dann ein Vogel geholt haben, denn sie war nicht mehr da.

Die Raupe, die ich heute fand, hat sich nicht ganz so gut getarnt. Zwar war auch sie so grün wie ihr Vorbild, an das sie sich krallte. Aber sie hatte zwei ganz entschiedene Nachteile, die sie verrieten:
erstens stand sie nicht ab wie ein Ast sondern bildete einen vollkommen unnatürlichen Bogen, und zweitens war sie nicht annähernd so stachelig und dürr wie die Pflanze, sondern dick und prall und rund.
Und wenn man seine grünen Pfleglinge regelmäßig inspiziert und es sich dabei noch um frisch gepflanzte Rosen handelt, entdeckt man solche Besucher recht schnell.

Normalerweise habe ich nichts gegen Raupen. Vor kurzem habe ich eine im Borretsch gefunden und ich fand heraus, dass es sich dabei um die hübsche Raupe der Ampfer-Rindeneule handelte. Sie durfte dort bleiben.
Aber wenn eine Spannerraupe meint, sie müsse sich in meiner Rose de Resht niederlassen, hat sie leider Pech gehabt. Baum, Löwenzahn, Strauch – wäre mir alles egal gewesen. Aber nicht in den Rosen!

Nachdem die ja eigentlich vollkommen unschuldige Raupe von mir entdeckt wurde, habe ich sie auf vollkommen natürliche Art und Weise „rausgeschmissen“. Einfach zwei starke Stöckchen nehmen, sie wie Eßstäbchen beim Chinesen halten und die überraschend kräftige Raupe abzupfeln. Mensch, die hat sich heftig gewehrt, nachdem sie gemerkt hat, dass ihre Tarnung aufgeflogen ist. Sie wand sich wie ein Regenwurm und biss sogar in das Stöckchen. Zudem klammerte sie sich mit ihren beiden untersten Füßchen hartnäckig fest.

Irgendwann habe ich sie dann doch lösen können. Ein ganz schöner Brocken war sie, mehrere Zentimeter lang und propedick. Ein Leckerbissen – für die Meisen. Ich platzierte sie auf das Vogelfutterbrett; lustigerweise machte die Raupe einen seltsam beleidigten Gesichtsausdruck, wie sie dort auf dem wortwörtlichen Präsentierteller lag. Es dauerte keine zwei Minuten, dann hat sich eine Kohlmeise ihr proteinreiches Abendessen gesichert.

Ja, auch naturnahe Gärtner können gemein sein.

Bunter Besuch

Neulich im Gemüsebeet. Am Möhrenkraut sitzt was Buntes, Fettes und frißt sich lustig durch die grünen Blätter:

Schwalbenschwanzraupe I

Schwalbenschwanzraupe I

Ob es wohl Hobbygärtner geben würde, die dieses Tier hemmungs- und emotionslos über den Jordan schicken würden?

Ich hoffe es nicht, denn Schwalbenschwänze stehen in Baden-Württemberg auf der Vorwarnliste. Zudem richten einzelne Raupen keine größere Schäden an, und, gebt doch zu: der ausgewachsene Schmetterling ist ein wunderschöner Anblick, ein wahres Meisterwerk von Mutter Natur.

Darum: lasst Dill und Wilde Möhre stehen und wachsen, verschont die bunten Raupen am Möhrenkraut!

Ich werde nächstes Jahr Dill anpflanzen, ebenso Wilde Möhre und ein kleines Beet mit Möhren anlegen, um dem Schwalbenschwanz eine Chance zu geben 😀

Schwalbenschwanzraupe II

Schwalbenschwanzraupe II

Und natürlich hoffe ich, dass dieses Prachtexemplar erfolgreich verpuppt und ungestört schlüpfen kann. Damit auch nächstes Jahr Schwalbenschwänze durch meinen Garten schaukeln.