Tag-Archiv | Heilpflanzen

Die Ringelblume (Calendula officinalis)

Ringelblumen wachsen viele im Garten. An trüben Herbsttagen leuchten ihre Blütenräder wie kleine Sonnen im Grün.

Die Ringelblume ist nicht nur eine alte Bauerngartenpflanze, die sich selbst weiter aussät, sondern auch eine bekannte Heilpflanze. Man denke nur an die Ringelblumensalbe oder an ein mit Blütenkörbchen versetztes Fußbad.

Hauptsächlich eingesetzt wird die Ringelblumensalbe bei Verletzungen, Warzen, Sonnenbrand, Fußpilz, Flechten, Krampfadern und leichte Brandwunden.

Viele weitere Infos gibt es auf heilkraeuter.de. 2009 wurde die Blume vom NABU zur Heilpflanze des Jahres gewählt.

Die Ringelblume hat noch viele weitere, auch liebevolle Namen wie etwa Butterblume oder Sonnenwende.

Für den Garten sehr wertvoll sind ihre Wurzelausscheidungen, die gegen Nematoden helfen. Daher kann man sie in Mischkultur mit Bohnen, Erdbeeren, Himbeeren, Kohl, Möhren, Tomaten, Rosen, Salate, Gurken, … pflanzen. Auch für Baumscheiben geeignet.

Mit jungen Blüten kann man Salate aufpeppen, die würzig-bitteren Blütenblätter kann man auch in Fisch- und Fleischsuppen und Reisgerichten (als günstigen Safran-Ersatz) verwenden.
Auch Kaninchen mögen ab und zu einen Blütenkopf knabbern.

Für die klassischen Orakelreime („Er liebt mich, er liebt mich nicht…“) eignen sich ihre Blütenblätter ganz besonders gut. Und legt man ihre Samen in die Fußspuren des Geliebten, kommt dieser immer wieder zurück – so jedenfalls sagt es der Volksmund 😉
Überhaupt ist die Ringelblume in Sachen Liebe ganz groß: wegen ihrer unermüdlichen Blüte und ihrem starken Ausbreitungsdrang gilt sie als Symbol der Treue und der Unvergänglichkeit.

Schließt sie ihre Blütenköpfe am Tag, soll sich nach einer alten Bauernweisheit Regen ankündigen.

Für das Gänseblümchen

Botanisch: Bellis perennis (schöne Ausdauernde)

Volkstümliche deutsche Namen: Angerbleamerl, Augenblümchen, Himmelsblume, Maiblume, Marienblümchen, Maßliebchen, Mondscheinblume, Morgenblume, Osterblume, Regenblume, Sonnenblümchen, Tausendschön, Mairöserl, Sonnentürchen, Gänseliesl, Mutterblümchen, Herzblümli, Wundkraut, Mümmeli, Monatblümchen, Bleichblume, Kranzblume

engl. daisy (von „Day’s eyes“ = „Des Tages Auge“)
franz. petite marguerite („kleine Margerite“)
port. malmequer („Er/sie liebt mich nicht“)
ungar. százszorszép („hundertmal schön“)
finn. kaunokainen („schön und schüchtern“)

Das Gänseblümchen, das wie selbstverständlich in den Wiesen wächst, wird von manchen Grundstücksbesitzern als „Unkraut“ verteufelt – dabei ist es, wie so viele Unkräuter, eigentlich ein gutes Heilkraut. Es wirkt nach der langen Winterzeit appetit- und stoffwechselanregend, blutreinigend, krampflösend (Husten, Regelschmerzen) und schmerzstillend, harntreibend sowie gegen Erkältung, Husten, unreine Haut.

Aus den Pflänzchen kann man einen Tee bereiten oder eine Tinktur; beides kann innerlich und äusserlich angewendet werden.
Die Knospen kann man als „falsche Kapern“ einlegen.

Wie man einen Kranz aus Gänseblümchen macht:
Langstielige Blumen an der Basis abpflücken. Mit dem Fingernagel ein Loch in den Stiel kneifen, durch dieses die nächste Blüte stecken. In deren Stiel ebenfalls ein Loch machen und eine weitere Blume einstecken. Den Kranz solange knüpfen, bis es zu einer Halskette, einem Armband oder einen Stirnband reicht.

Auch aus „magischer Sicht“ hat das Gänseblümchen große Bedeutung.

  • Allen bekannt dürften wohl die orakelhaften Abzählreime sein („Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich, …“ oder „Glück, Unglück, …“), während dem Aufsagen einzelne Blütenblätter abgezupft werden. Das letzte verbleibende Blatt entscheidet über den Ausgang des Orakels.
  • Tritt man auf sechs oder sieben Gänseblümchen gleichzeitig, ist der Frühling gekommen, heißt es in einem alten Sprichwort.
  • Wahrscheinlich keltischen Ursprungs ist der Glaube, dass das Wachstum gebremst werden kann, wenn man Gänseblümchen isst. Und wer die ersten drei Gänseblümchen verzehrt, bleibt das ganze Jahr über von Schmerzen und Krankheit verschont.

Das Gänseblümchen wird, nach der Rose und der Lilie, von vielen Poeten und Dichtern gepriesen. Die weißen Blüten stehen für Unschuld und Reinheit, während rote Gänseblümchen unterbewusste Gedanken symbolisieren.

Auch in Sagen, Legenden, Mythen und (Aber)Glauben kommt dem Gänseblümchen eine große Rolle zu.

  • So erhielt es seinen Namen Bellis von einer Baumdryade, die eine Enkelin des mächtigen Königs von Argos war. Eines Tages verliebte sich Vertumnus, der Schutzgott der Obstgärten, in sie. Um seinen amorösen Begierden zu entfliehen, bat die Dryade die Götter um Hilfe. Diese verwandelten sie in eine kleine Blume und gaben ihr den Namen Bellis.
  • Im germanischen Glauben war das Gänseblümchen der Freya/Frigg geweiht.
  • Es war möglicherweise ein Sinnbild der Sonne.

Gedicht von M. J. Schleiden: Gänseblümchen und Tausendschön

Märchen von Hans Christian Andersen: Das Gänseblümchen