Tag-Archiv | Beete

Warm! Und leider nass…

Gestern der Garten nieselnaß bei +9°C. Letzte Schneefelder kämpfen gegen das Tauwetter an, vornehmlich an Nordflanken von Hügeln und in Wassergräben.

Erster Blick in den Garten: alles trübe, alles nass, alles liegt schmachvoll darnieder.

Die Vogelfuttersilos sind leer und verwaist. Kein gefiederter Freund rührt sich, bis auf ein paar verlorene Krähen in den überschwemmten Ackern ringsum.
Schnell rückt das Auffüll-Kommando an, damit die Federträger nicht weiter hungern müssen. Auch die leeren Meisenknödelnetze wollen eingesammelt werden, die wir kleine neonfarbene Inseln im grauen Wiesenmeer leuchten.

Nachdem der Vorrat frisch aufgefüllt, der Müll eingesammelt ist, schweift der unstete Blick weiter durch den Garten. Abgetaut sind Eiszapfen und Schneehügel. Die Wiese ist ein einziges Schlammloch.
Die Beete sind zerwühlt, Schneeglöckchenzwiebeln ans Licht geholt: Mäuse haben unter der Ex-Schneedecke randaliert und den halben Garten umgegraben. Überall sind ihre Haustüren zu sehen; Gänge haben sich ins Gras gegraben. Der Tisch ist also gedeckt für Fuchs, Bussard und Hofkatze. Entsprechend große Löcher mit sauber gekratzter „Einfahrt“ sind an strategischen Schwachstellen in der Hecke zu finden.

Schnell weiter zu den kritischen Überwinterern: Die Austin-Rosen sehen erfroren aus. Ebenso die beiden Feuerdorne. Abwarten heißt es also bis zum Frühjahr.

Doch es gibt auch Gutes.

Die überwinternde Madonnenlilie ist noch da, hübsch eingepackt in Mäusegangerde.

Und da: Die Knospen von Haselnuss und Flieder sind prall und frisch und warten auf den Vorfrühling.

Löwenmaul und Fingerhut überwintern in Grün. Die Lenzrose tritt dem grauen Tag mit leuchtend weißen Blütenkelchen entgegen, wenn auch versteckt unter Strauch und Zweig.

Das Kräuterbeet liefert frische Primpinelleblätter für Hase und Mensch.

In einem anderen Beet leuchtet eine vergessene Möhre wie ein Versprechen auf die nächste Gartensaison.

die Vogelaue im April 2010

Das Beet im Vordergrund wird die Vogelaue, ein Gartenteilstück, das den Vögeln und Insekten gewidmet ist. Hier sollen u.a. Wiesenblumen wachsen können, wie sie wollen.

Es gibt Beerenobst sowie eine Vogeltränke und eine permanente Futterstelle für Wildvögel. Diese beinhaltet Meisenknödel und Futterhäuschen. Ich bin eine Anhängerin der sog. Ganzjahresfütterung, die unter Forschern, Ornithologen, Birdern, Tierschützern und Hobbygärtnern sehr umstritten ist.
Da ich aber sehe, wie „verzweifelt“ sich die hier ansässigen Feldsperlinge, Blau- und Kohlmeisen auf die bereits aufgehängten Knödel stürzen ( die auch innerhalb eines Tages entdeckt worden sind), ziehe ich meine Schlüsse daraus. Wenn ich mich hier in der Umgebung umsehe, sehe ich nur Äcker und Wirtschaftswald. Eigentlich ein trauriger Anblick und daher ein Grund mehr, meine Vogelaue (und auch den Rest des Gartens!) zu einer Oase im wahrsten Sinne des Wortes zu machen.

Wer mehr Informationen über die Ganzjahresfütterung haben will, dem sei das Buch „Vögel füttern – aber richtig“ von Peter Berthold und Gabriele Mohr empfohlen.
Desweiteren habe ich hier eine Website über meine eigene Vogelfütterung.

Der Überraschungs-Garten I

Hihi, da wir unseren Garten im März erworben und daher null Ahnung haben, was da so alles rauskommt, mach ich eine Serie daraus 😀

So far haben wir hier: Schneeglöckchen, Duftveilchen, Fette Henne, Tulpen, Narzissen, Rosen, jede Menge Dachwurz, Forsythien, Haselnuss, Zierkirsche, Buddleja, Blauregen, Hartriegel, Flieder, Spindelstrauch.

Kurzer Themenwechsel.

Neu gepflanzt haben wir: Schwarzer Holunder ‚Haschberg‘ und eine Kupfer-Felsenbirne für die Vogelblühhecke.

Neu angelegt sind: zwei Gemüsebeete und ein Nordseitenbeet.

Einen offiziellen Namen für den Garten haben wir noch nicht; aber ich nenne ihn für mich persönlich „Vogelau“, erstens in Anlehnung an Ashreels Refugium und zweitens eben wegen der vielen Vögel, die inzwischen ein halbes Dutzend Meisenknödel niedergemacht haben 🙂