Für das Gänseblümchen

Botanisch: Bellis perennis (schöne Ausdauernde)

Volkstümliche deutsche Namen: Angerbleamerl, Augenblümchen, Himmelsblume, Maiblume, Marienblümchen, Maßliebchen, Mondscheinblume, Morgenblume, Osterblume, Regenblume, Sonnenblümchen, Tausendschön, Mairöserl, Sonnentürchen, Gänseliesl, Mutterblümchen, Herzblümli, Wundkraut, Mümmeli, Monatblümchen, Bleichblume, Kranzblume

engl. daisy (von „Day’s eyes“ = „Des Tages Auge“)
franz. petite marguerite („kleine Margerite“)
port. malmequer („Er/sie liebt mich nicht“)
ungar. százszorszép („hundertmal schön“)
finn. kaunokainen („schön und schüchtern“)

Das Gänseblümchen, das wie selbstverständlich in den Wiesen wächst, wird von manchen Grundstücksbesitzern als „Unkraut“ verteufelt – dabei ist es, wie so viele Unkräuter, eigentlich ein gutes Heilkraut. Es wirkt nach der langen Winterzeit appetit- und stoffwechselanregend, blutreinigend, krampflösend (Husten, Regelschmerzen) und schmerzstillend, harntreibend sowie gegen Erkältung, Husten, unreine Haut.

Aus den Pflänzchen kann man einen Tee bereiten oder eine Tinktur; beides kann innerlich und äusserlich angewendet werden.
Die Knospen kann man als „falsche Kapern“ einlegen.

Wie man einen Kranz aus Gänseblümchen macht:
Langstielige Blumen an der Basis abpflücken. Mit dem Fingernagel ein Loch in den Stiel kneifen, durch dieses die nächste Blüte stecken. In deren Stiel ebenfalls ein Loch machen und eine weitere Blume einstecken. Den Kranz solange knüpfen, bis es zu einer Halskette, einem Armband oder einen Stirnband reicht.

Auch aus „magischer Sicht“ hat das Gänseblümchen große Bedeutung.

  • Allen bekannt dürften wohl die orakelhaften Abzählreime sein („Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich, …“ oder „Glück, Unglück, …“), während dem Aufsagen einzelne Blütenblätter abgezupft werden. Das letzte verbleibende Blatt entscheidet über den Ausgang des Orakels.
  • Tritt man auf sechs oder sieben Gänseblümchen gleichzeitig, ist der Frühling gekommen, heißt es in einem alten Sprichwort.
  • Wahrscheinlich keltischen Ursprungs ist der Glaube, dass das Wachstum gebremst werden kann, wenn man Gänseblümchen isst. Und wer die ersten drei Gänseblümchen verzehrt, bleibt das ganze Jahr über von Schmerzen und Krankheit verschont.

Das Gänseblümchen wird, nach der Rose und der Lilie, von vielen Poeten und Dichtern gepriesen. Die weißen Blüten stehen für Unschuld und Reinheit, während rote Gänseblümchen unterbewusste Gedanken symbolisieren.

Auch in Sagen, Legenden, Mythen und (Aber)Glauben kommt dem Gänseblümchen eine große Rolle zu.

  • So erhielt es seinen Namen Bellis von einer Baumdryade, die eine Enkelin des mächtigen Königs von Argos war. Eines Tages verliebte sich Vertumnus, der Schutzgott der Obstgärten, in sie. Um seinen amorösen Begierden zu entfliehen, bat die Dryade die Götter um Hilfe. Diese verwandelten sie in eine kleine Blume und gaben ihr den Namen Bellis.
  • Im germanischen Glauben war das Gänseblümchen der Freya/Frigg geweiht.
  • Es war möglicherweise ein Sinnbild der Sonne.

Gedicht von M. J. Schleiden: Gänseblümchen und Tausendschön

Märchen von Hans Christian Andersen: Das Gänseblümchen

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